Schmerz und Schmerzbehandlung mit Hilfe von Tens-Geräten

Junge Frau bekommt eine TENS Behandlung
Foto: microgen / depositphotos.com

Transkutane Elektrische Nervenstimulation, kurz TENS, steht für eine Heilungsmethode, welche mittels Strom Schmerzen bekämpft. Durch angebrachte Elektroden auf der Haut werden elektrische Impulse auf den Körper übertragen. Dieses Verfahren in seinen Grundgedanken, gibt es schon seit mehr als 4.500 Jahren. Denn schon die alten Ägypter nutzten Strom, produziert durch Fische, zur Linderung von Schmerzen. Die Fische gaben kleinste Stromstöße ab, weshalb sie auf die schmerzenden Stellen gelegt worden sind. Heute hat sich das selbstverständlich verändert, sodass die Schmerztherapeuten mit kleinen Geräten an die TENS herangehen. Wie genau und ob es hilft, folgt hier.

Das Blockieren der Weiterleitung von Schmerz

Das TENS-Verfahren entwickelte sich 1960, auf Basis einer Theorie des Schmerzforschers Patrick Wall und Ronald Melzack, beiderseits Professoren. Bereits durch unterschiedlichste Untersuchungen wurde die Wirksamkeit durch TENS bestätigt. Jedoch gibt Professor Andreas Michalsen, tätig für die Charité Berlin und das Immanuel-Krankenhaus Berlin, zu bedenken, dass diese Untersuchungen nicht ausreichend qualitative Kriterien erfüllen. Somit wird die wissenschaftliche Gewissheit für das TENS-Verfahren, nicht als gut bezeichnet. Bekannt ist dem Schmerztherapeuten TENS aber natürlich.

Heute ist TENS in der Schmerzbehandlung weit verbreitet.

Tatsachen wie:

  • kaum Nebenwirkungen
  • geringere Kosten
  • wenig gefährlich
  • einfache Handhabung,

sorgen dafür, dass das Verfahren häufig seine Anwendung findet. Innerhalb einer sachgerechten Handhabung ist es bisher nur zu leichten Irritationen der Haut gekommen. TENS hat bisher noch keine körperlichen Schäden verursacht.

Unterschiedlichste Arten von Schmerzen mit TENS behandeln

Wer Schmerzen hat, der weiß wie schön es ist, wenn diese nachlassen. Die verschiedenen Methoden zur Schmerzlinderung fallen in ihrer Wirkung oftmals sehr unterschiedlich aus und so ist es auch bei TENS, obwohl von vielen Behandelten eher von einer moderaten Linderung gesprochen wurde. Daher sollten mögliche Interessierte nicht eine ganz so hohe Erwartung haben. Aber trotzdem ist TENS bei Schmerzen, die therapieresistent sind, durchaus eine Möglichkeit, um doch noch etwas Effektives gegen die Schmerzen unternehmen zu können. Allerdings sollte TENS eher als eine begleitende Maßnahme innerhalb einer Schmerztherapie stattfinden.

So wird das Verfahren um TENS oft begleitend von Ärzten eingesetzt, deren Patienten, unterschiedlichste Beschwerden in den Gelenken haben, bei Sportverletzungen oder auch anhaltenden Kopfschmerzen wie z.B. Migräne. Aber auch bei Schmerzen verursacht durch Tumore, Diabetes (Nervenschmerzen), Phantomschmerzen aufgrund einer Amputation, nach einer Gürtelrose oder auch innerhalb der Algodystrophie bei der Erkrankung von Morbus Sudeck, kann TENS im Individualfall eine äußerst gute Möglichkeit zur Behandlung sein. Betroffene sollten auf jeden Fall ein Gespräch mit ihrem Arzt suchen, um eine eventuelle Schmerztherapie mit TENS in die Wege zu leiten.

So wir das Verfahren auch vielerlei angewendet, nach einer Operation bzw. nach gewissen operativen Eingriffen, um dem Patienten die Schmerzen erträglich zu machen. Aber auch wenn sie runterdosiert werden von den Schmerzmitteln, wird TENS oftmals als Begleitmaßnahme hinzugezogen.

TENS – wann eine Anwendung nicht zu empfehlen ist

TENS sollte keinesfalls angewendet werden bei:

  • einer Schwangerschaft
  • psychischen Erkrankung
  • einem Herzschrittmacher
  • einer Epilepsie
  • eingepflanzten Defibrillator

Des Weiteren ist TENS auch nicht zu empfehlen bei Patienten mit einer akuten Organ- oder Gelenkentzündung.

TENS – die theoretische Wirkungsweise

Bei einer Anwendung mit TENS übertragen Hautelektroden auf den Körper des Patienten Stromimpulse (Stromschläge). Durch den Strom werden die Nerven im Gewebe gereizt und diese leiten dann das elektrische Signal weiter bis hin zum Rückenmark. An diesem Punkt angekommen, soll das Verfahren dann zur Entfaltung seiner Wirkung kommen. Die Schmerzwahrnehmung findet im Gehirn statt und bevor das Schmerzempfinden an das Gehirn weitergeleitet werden kann, unterbrechen die Stromimpulse zwischen 80 und 150 Hertz, das Überschreiten jener Grenze. Bei Stromimpulsen von nur etwa zwei bis vier Hertz, soll eine andere Wirkung eintreten. Theoretisch gesehen, sollen chemische Substanzen im Gehirn freigesetzt werden, die daraufhin, die Wahrnehmung von Schmerzen dämpfen sollen.

Die Behandlung mit TENS und deren Ablauf

Bei den Geräten rund um das Verfahren geht es um eine Größe von etwa einem Smartphone. Diese werden mit der Haut durch zwei oder drei Elektroden verbunden. Abhängig von der Stelle des Schmerzes und die Ausstrahlung, findet die Anordnung der Positionen statt. Dabei müssen berücksichtigt werden, der Nervenverlauf und die Position von Akupunktur- und Schmerzpunkten.

Die Zufuhr von Strom im Bereich von 50 und 150 Hertz, soll dann auf örtliche und akute Schmerzen einwirken, um für einen kurzen Zeitraum für Linderung zu sorgen. Niedrigere Frequenzen mit hoher Stromstärke kommen zum Einsatz, wenn die Wirkung/Linderung länger anhalten soll. Das nennt sich dann auch „akupunkturähnliches TENS-Verfahren“.