Schmerzen in der Leiste stellen ein alltägliches Problem dar, an dem z.B. viele sportlich Aktive zu leiden haben. Es kann jedoch genauso gut Menschen treffen, die Muskeln und Gelenke der Leistengegend in gewöhnlichem Maße beanspruchen. Leistenschmerzen beschreiben eine Vielzahl von Schmerzen am Unterleib, deren potentielle Ursachen eine breite Facette darstellen. Die Schmerzen können die Leistengegend und naheliegende Körperregionen betreffen, können also rund um den Schambereich entstehen sowie an den Hüften und den Oberschenkeln. Eine genaue Diagnose auszustellen, die festellt, was die Schmerzen verursacht und wie sie behandelt werden können, kann für einen Arzt oder Orthopäden oftmals eine schwierige Herausforderung darstellen. Denn die Schmerzen werden nicht selten von vielen Faktoren gleichzeitig verursacht, deren Umstände unterschiedlichster Natur sein können.

Wie fühlen sich Leistenschmerzen an?

Die primären Symptome sind natürlich die Schmerzen selbst. Sie treten auf oder verschlimmern sich bei strapaziösen Bewegungen der Gelenke oder der Muskeln im Leistenbereich. Sportarten, die die Muskeln rund um die Leistengegend beanspruchen, sind daher typischerweise anfällig für solche Schmerzen. So sind besonders Sportler betroffen, die eine Disziplin ausüben, die das Treten, Laufen, Sprinten oder schnelle Richtungswechsel beinhaltet. Aus diesem Grund stellen Sportarten wie Fußball, Hockey und Handball oder auch das Gewichtheben Disziplinen dar, die besonders anfällig für Schmerzen in der Leistengegend machen.

Das Zentrum des Schmerzes stellt dabei oft die Gegend um das Schambein oder die Hüfte dar, es kann sich aber genauso gut auf die Hoden oder die Innenseite der Oberschenkel ausweiten. Meist sind Gelenke oder Muskeln von den Schmerzen betroffen.
Der Leistenschmerz, der sportlich verursacht und vergleichsweise recht harmlos ist, dauert oft mehrere Stunden oder Tage nach einem Training an, ist aber ansonsten selten zu assoziieren, wenn man seinen Alltag mit sitzenden und nicht strapazierenden Aktivitäten bestreitet. Es tritt sehr häufig auf, dass der Schmerz auch nach einer längeren Ruhephase wieder zurückkehrt, sobald man wieder eine intensivere Trainingseinheit einlegt. Sollte dies der Fall sein, kann eine Fehlstellung oder -haltung zu Grunde liegen, die ein Orthopäde untersuchen kann.

Solche Leistenschmerzen entstehen durch Überstrapazierung und das beste, was man dabei für sich und seinen Körper tun kann, ist sich erstmal Ruhe und Entspannung zu gönnen und anstrengende Aktivitäten zu meiden. Es kann nicht unwahrscheinlich sein, dass man sich beim Training falsch oder nicht intensiv genug aufgewärmt hat oder dass man zu schnell wieder abgekühlt ist. Es kann aber auch orthopädische Ursachen haben. Evtl. ist man mit dem Fuß falsch aufgekommen und hat sich in der Leiste verdreht oder man trägt falsches Schuhwerk.
Diese Art von Leistenschmerzen lässt sich durch Selbsttest einfach identifizieren, so wird eine Überspannung der geraden Bauchmuskeln eben dort eine Schmerzempfindlichkeit vorweisen und andere Stellen werden durch entsprechende Bewegungen strapaziert.

Leistenschmerzen können darüber hinaus aber noch ganz andere Ursachen haben, die z.T. weit weniger harmlos ausfallen können. Eine ärztliche Beratung ist im Grunde niemals eine schlechte Idee, gerade in solchen Fällen, in denen man ratlos ist, aus welchem Grund die Schmerzen entstehen und wie sie zu behandeln sind.

Was verursacht Leistenschmerzen?

Leistenschmerzen können durch vielerlei unterschiedliche Bedingungen entstehen, die man zwar teilweise selbst diagnostizieren kann, doch um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Gerade wenn die Schmerzen häufig und intensiv auftreten, ist eine professionelle Begutachtung sehr ratsam.

– Leisten-/Schenkelbruch:

Natürlich assoziiert man mit den Leistenschmerzen als erstes den Leisten- bzw. den Schenkelbruch. Der Leistenbruch ist bei weitem der häufigste Vorfall unter diesen Brüchen. Er betrifft insbesondere Männer, aber auch bei Frauen tritt der Leistenbruch häufiger auf als der Schenkelbruch. Für letzteren erhöht sich allerdings das Risiko bei Frauen mit zunehmendem Alter, wobei Übergewicht ein zusätzliches Risiko darstellt, das Leiste und Schenkel dauerhaft belastet.
Bei dem Leistenbruch treten Gewebe oder die Unterleibsorgane wie der Darm durch eine Schwachstelle in der Leistenwand aus. Dies kann in vielen Fällen harmlos sein und durch ein leichtes Drücken gegen das Gewebe wieder behoben werden. Ist der Leistenbruch aber einmal vorgekommen, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch häufiger wieder auftritt. Ist ein Leistenbruch aber sehr schmerzhaft oder die entsprechende Stelle verfärbt sich rot oder dunkel, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Es kann bedeuten, dass ein wichtiger Teil des Darms eingeklemmt ist und dass die Blutzirkulation und die Darmbewegungen nicht richtig ablaufen.
Der Schenkelbruch tritt dagegen weit weniger häufig auf, ist in der Regel aber mit hohen Schmerzen verbunden. Schenkelbrüche können dafür aber selten gefährlich sein. Sie treten unterhalb des Leistenbandes ein, sind meist nicht reponibel, da sich Gewebe oder Organe eingeklemmt sind, auf die man selbst von außen keinen Zugriff hat. Daher sollte ein solcher Bruch vom Arzt behandelt werden.

– Lymphknoten:

Lymphknoten gehören zum Immunsystem des Körpers und bilden sich vor allem dann, wenn der Körper entzündet ist. Meist bilden sich die Lymphknoten also dort, wo eine Entzündung auch ihren Ursprung hat. Die Lymphknoten sind für einen meist sehr engen Bereich des Körpers zuständig, sie können bei ihrer Verteidigung des Immunsystems oft anfangen zu schmerzen oder sich sogar selbst entzünden oder vereitern. In der Regel bedeutet die Bildung von Lymphknoten, dass der Körper seine eigenen Abwehrkräfte benutzt, um eine Krankheit zu überwinden und ist daher als ein gutes Zeichen zu bewerten. In der Regel tauchen sie innerhalb von 1-2 Wochen auf und verschwinden in den folgenden Wochen wieder. Sollten jedoch Komplikationen wie Verfärbung, Häufung, Vereiterung auftreten oder die Lymphknoten schwellen nicht mehr ab, so ist die Hilfe eines Arztes dringend von Nöten.

– Muskeln, Sehnen, Gelenke:

Diese Kategorie gehört zu den inhärent orthopädischen Ursachen der Leistenschmerzen. Es lassen sich dabei eine Vielzahl von Problemen diagnostizieren. So kann ein Orthopäde eine fehlerhafte Haltung, Fußfehlstellungen oder Einklemmungen als Ursache diagnostizieren. Oft ist auch eines der Problem mit einem anderen verbunden. So kann eine Fußfehlstellung wie der bekannte Spreizfuß zu Beschwerden in den Hüftgelenken führen. Meist sind Fehlstellungen und -haltungen reversibel und können behandelt werden durch ein spezielles orthopädisches Training oder durch orthopädische Hilfestellungen wie Einlagen, Stützen etc.

– Harnsteine

Harnsteine sind die Ursache einer Fehlfunktion des Stoffwechselkreislaufes, insbesondere der Nieren. Harnsteine entstehen, wenn Mineralien bzw. die Ionen der Mineralien in der Niere nicht mehr ordentlich abgebaut werden. Die feinstofflichen Ionen kristallisieren dann innerhalb der Niere und werden mit der Zeit immer größer. Im anfänglichem Stadium kann dies unbemerkt verlaufen, sind die Harnsteine jedoch ausgebildet, so wirken sich die Steine häufig sehr schmerzhaft auf den Patienten aus. Die Schmerzen treten dann eben in der Leistengegend auf. Eine Harnsteinerkrankung muss unbedingt ärztlich untersucht und behandelt werden. Die Harnsteine lassen oft auf eine Entzündung oder eine Fehlfunktion eines Stoffwechselorgans schließen, wobei die Gefahr einer Vergiftung des Körpers bestehen kann.

– Abszesse, Gefäße

Weniger häufig als die anderen Ursachen sind Leistenschmerzen, die durch Probleme mit den Gefäßen verursacht werden. Diese Probleme sind in der Regel auch weniger gefährlich als viele der o.g. Vorfälle. Eine Ursache für solche Schmerzen stellen u.a. die Krampfadern dar.
Krampfadern sind Venen, die meistens an den Beinen entstehen, sie können jedoch auch in der Leistengegend und an den Hoden verlaufen. Anfängliche Symptome sind Müdigkeit und ein Schwächegefühl sowie Juckreiz und Wadenkrämpfe. Je fortgeschrittener das Stadium ist, desto ausgeprägter werden die Symptome. Unbehandelt können die Symptome auch sehr schwer ausfallen. Übelkeit, ein stark erhöhter Puls sowie Blutaustritt an den betroffenen Stellen können dann zu den Erscheinungen dieser Krankheit gehören. Ein weiteres Problem, das auftreten kann, stellt ein sogenannter Psoasabzess dar. Der Psoas ist ein Muskel, der von der Wirbelsäule am Inneren des Beckens entlang bis hin zum Gelenk des Oberschenkels verläuft. Es gibt eine Hand voll Gründe, weshalb dieser Muskel von Abszessen befallen werden kann und oft ist es für den Arzt schwierig einen Abszess des Psoas überhaupt festzustellen. Ein solcher Abszess ist jedoch in den meisten Fällen sehr gut behandelbar und die Therapie verläuft besonders bei früher Diagnose einfach.

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