Die Top 3 der wichtigsten Vorsorgedokumente

Frau unterschreibt Vorsorgevollmacht
Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung haben | Foto: SergPoznanskiy / depositphotos.com

Die private Gesundheitsvorsorge sollte von keinem von uns missachtet werden. Dass eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung zu einem präventiven Lebensstil zählen, ist den meisten von uns mit Sicherheit bewusst. Doch wussten Sie, was es auf der notariellen und rechtlichen Seite alles zu beachten gibt?

In diesem Artikel widmen wir uns den drei wichtigsten Vorsorgedokumenten, denen Sie im Alter vielleicht einmal Beachtung schenken sollten. Auf diese Weise können Sie sich absichern und vorsorgen, sollten Sie einmal in die Bedrängnis kommen, von einem Vorsorgedokument Gebrauch machen zu müssen.

Top 3: Vorsorgevollmacht

 Beginnen wir mit dem dritten Platz der wichtigsten Vorsorgedokumente. Diesen vergeben wir an die sogenannte Vorsorgevollmacht. Sie wirkt rechtens nach § 164 BGB. Was ist die Aufgabe von diesem Dokument?

Eine Vorsorgevollmacht hat einfach erklärt, die Aufgabe eine oder mehrere Personen zu ernennen und festzuhalten, die im Falle einer Krankheit oder des Alters alltägliche organisatorische Dinge für Sie regeln. Zusammengefasst: Die ernannten Personen treffen dann rechtsgültige Entscheidungen in Ihrem Namen.

Bei den ernannten Personen handelt es sich in den meisten Fällen um nahe Verwandte wie Kinder oder die Eltern. Theoretisch können allerdings auch Freunde ernannt werden. Um Streitigkeiten und Unstimmigkeiten bei solch einer wichtigen Entscheidung zu vermeiden, empfiehlt es sich, maximal eine Person für die Vorsorgevollmacht zu ernennen.

Top 2: Betreuungsverfügung

 Kommen wir zum zweiten relevanten Dokument für die private Absicherung: die Betreuungsverfügung. Dieses rechtsrelevante Dokument sorgt ebenfalls, wie die Vorsorgevollmacht dafür, dass ein Betreuer in Ihrem Namen agieren darf.

In diesem Fall darf der ernannte Betreuer rechtskräftige Geschäftsentscheidungen in Ihrem Namen treffen. Er darf Sie außerdem vor Gericht vertreten, und für Sie verschiedene Aufgaben übernehmen. Im Vorfeld können Sie sich selbst absichern, in Sie dem Betreuer festgeschriebene Aufgaben über die Betreuungsverfügung zuteilen.

Ganz wichtig: Sie dürfen auch festlegen, wer Sie nicht betreuen darf.

Wo liegt dabei der genaue Unterschied zum ersten Dokument, der Vorsorgevollmacht?

Nun die Antwort liegt bei zusätzlichen Sicherheiten. Das Gericht überprüft bei Ernennung einer Betreuungsperson nämlich vorerst dessen Tauglichkeit. Auch kontrolliert das Gericht jegliche Handlungen und Entscheidungen des Betreuers. Besonders heikle Entscheidungen werden vor einem Betreuungsgericht diskutiert und erst anschließend freigegeben.

Top 1: Patientenverfügung

 Sprechen wir abschließend über das wichtigste Dokument, wenn es um das Thema “gesunde Altersabsicherung” geht: die Patientenverfügung.

Die Patientenverfügung hält schriftlich fest, welche Maßnahmen in Bezug auf Ihre Medizin und Ihre Pflege getroffen werden sollen. Auf diese Weise tut man Ihnen nicht zu Unrecht eine Behandlung an, die Sie gar nicht gewünscht hätten.

Die Patientenverfügung dient damit der Bewahrung der Selbstbestimmung. Das trifft zu, sollten Sie durch einen Unfall oder eine Erkrankung nicht mehr fähig sein, sich selbst auszudrücken.

Was ist, sollten Sie keine Patientenverfügung haben? In diesem Fall entscheidet ganz einfach immer der behandelnde Arzt, was am besten für Sie ist. Die medizinischen Entscheidungen werden in diesem Fall immer hinsichtlich der gesetzlich vorgeschriebenen Lebensverlängerung getroffen.

Fazit

Die drei wichtigsten Vorsorgedokumente für die private Gesundheitsvorsorge sind die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung. Sie alle dienen dazu Sie in Situationen abzusichern, in denen Sie nicht mehr voll mündig sind. Das kann Alters- oder krankheitsbedingt auftreten.

In jedem Fall bewahren die Dokumente Ihren Willen oder ernennen einen Betreuer beziehungsweise Vertreter, der für Sie wichtige Entscheidungen in Ihrem Namen trifft.